Logo

Europäisch-Lateinamerikanisches Zentrum für Logistik und ökologische Projekte

Centro Europeo-Latinoamericano de Logística y Proyectos Ecológicos

Kuba-Seminare des CELALE von GIZ fortgesetzt

Die vom Europäisch-Lateinamerikanischen Zentrum für Logistik und ökologische Projekte (CELALE) 2013 initiierte Seminarreihe zur Aktualisierung des kubanischen Wirtschaftsmodells wird nunmehr von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) fortgesetzt. Nach 3 vom IASP koordinierten Seminaren zum Thema "Organisation und Führung von Unternehmen mit staatlicher Beteiligung" auf der Ebene von Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung ist die erfolgreiche Zusammenarbeit im Jahr 2016 auch auf der politischen Ebene angelangt. Eine 14köpfige hochrangige Delegation kubanischer Experten unter der Leitung der Vizeministerinnen für Wirtschaft und Planung sowie für Arbeit und Soziale Sicherheit besuchte auf Einladung des Bundesfinanzministeriums vom 20. bis 24. Juni 2016 die Bundeshauptstadt. Dabei informierten sich die Gäste über die Grundzüge und Besonderheiten des deutschen Wirtschaftssystems und loteten Möglichkeiten einer zukünftigen ministeriellen Zusammenarbeit aus.

  
  Experten beim Seminar
Kubanische und deutsche Experten bei einer Seminarveranstaltung zum Technologietransfer

Kooperation beim Aufbau eines agrarökologischen Labors und Schulungszentrums in der Region Trifinio, El Salvador

Das Biosphärenreservat Trifinio-Fraternidad ist eine Modellregion, in der nachhaltige ökologische, ökonomische und soziale Entwicklung exemplarisch verwirklicht werden sollen. Das Biosphärenreservat zeichnet sich aus durch eine hohe Biodiversität, die trinationale Bedeutung und seine weit über die Region hinausgehende strategische Funktion für Lebensmittelversorgung, Klimaschutz und Wasserversorgung. Die Trifinio-Region ist eine Berglandschaft, sie liegt 420 m – 2.730 m über dem Meeresspiegel. Das Klima ist tropisch-regnerisch, mit Trockenzeiten im Sommer. Die Vegetation ist geprägt von subtropischen Berg-, Nebel- und Niederungswäldern. Als Regenwasserspeicher, Grundwasserfilter und im Hinblick auf die Wasserversorgung haben die Wälder eine zentrale Funktion für die Bevölkerung. Das Wassereinzugsgebiet umfasst die Quellen der drei großen Flüsse Mittelamerikas, die des Motagua (Guatemala), des Ulúa (Honduras) und der trinationalen Quelle des Lempa, der Lebensader El Salvadors, sowie wichtige Nebenflüsse des Lempa. Es werden große Wassermengen zusammengeführt, die mehr als 3 Millionen Menschen versorgen und zur Bewässerung von mehr als 14.000 Hektar Anbaufläche genutzt werden. Nicht nachhaltige Landwirtschaft, Raubbau, Klimawandel etc. führen zu Verwüstung und wirken sich negativ auf Wälder, Wasserressourcen, Überschwemmungsgebiete und damit auch negativ auf die sozio-ökonomische Situation der Bevölkerung aus.
Zwar ist das Gebiet eines der landwirtschaftlich produktivsten El Salvadors, mit zwei Erntezeiten pro Jahr, dennoch ist die Armutsrate sehr hoch. Mehr als 62 % der Bevölkerung in der Trifinio Region gelten als arm, mehr als 36% als extrem arm. Die Bevölkerung im Projektgebiet ist vorwiegend als Klein- und Kleinstbauern tätig. 62% sind Eigentümer des Landes, der Anteil der Landeigentümerinnen macht 16% aus. 38% der Kleinbauern haben das Land gepachtet. Die Grundstücksgröße bewegt sich zwischen 0,1 ha (0,125 man-zanas) und 7 ha (10 manzanas). Die vorwiegend nicht nachhaltig betriebene Landwirtschaft, insbesondere auch der intensive Einsatz von Agro-Chemikalien (Düngemittel, Pestizide), führt zu einer extremen Verschlechterung der Wasserqualität, Bodendegradation, Verlust von Biodiversität, Schädigung des Waldes und Erosion. Die hohen Einkaufs- und Folgekosten der Agro-Chemikalien, der - meist unsachgemäße - Einsatz der nicht selten gefährlichen Substanzen sowie fehlende Beratung und Fortbildung wirken sich äußerst negativ auf die sozio-ökonomische Lage und Entwicklung der Bevölkerung aus. Viele der Kleinbauern sind verschuldet und verlieren ihre Produktionsflächen an Banken, da sie die Kredite nicht zurückzahlen können. Dies wiederum hat eine Zunahme des Großgrundbesitzes und teilweise die Nutzung landwirtschaftlicher Flächen als Baugrund zur Folge.
Hinzu kommt, dass eine deutliche Zunahme verschiedener Schädlinge zu verzeichnen ist, die von den Agro-Chemikalien nicht dezimiert werden, was die Produktivität zusätzlich senkt. Beobachtet wird bei der Bevölkerung auch das vermehrte Auftreten von Erkrankungen wie Nierenversagen, verschiedene Formen von Krebserkrankungen und Allergien. 2008 wurde festgestellt, dass die Mehrheit der Familien, die Gemüseanbau betreibt, Agro-Chemikalien nutzt, die mit einem roten Gefahrenschild gekennzeichnet und deren negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und Ökosysteme nachgewiesen sind. Den Bauern waren diese schädlichen Auswirkungen jedoch nicht bekannt und nicht verständlich. Mit nachhaltigen landwirtschaftlichen Produktionsmethoden sind die meisten Bauern kaum vertraut. Es fehlt das Angebot ökologischer Alternativen, die Auswege aus dieser Situation bieten. Selbst diejenigen Bauern, die an ökologischer Landwirtschaft interessiert sind oder mit ökologischen Verfahren bereits experimentieren, haben nicht die Möglichkeit, biologische Pflanzenschutzmittel zu erwerben. Angesichts dieser Situation hat die Hauptzielgruppe die Umstellung auf ökologische und nachhaltige Landwirtschaft als strategisches Ziel festgelegt, schon vor Jahren eingeleitet und arbeitet bzw. experimentiert teilweise mit ökologischen Verfahren, um so die sozio-ökonomische und ökologische Lage zu verbessern.
In agrarökologischen Zentrum im Landkreis La Palma wird ein biologisches Düngemittel auf Pilz-Basis produziert. Das Produktionszentrum für biologische Pflanzenschutzmittel ermöglicht mit einem aktuell im Aufbau befindlichen Modul die Herstellung und den (Ver-)Kauf biologischer Pflanzenschutzmittel auf der Grundlage von Nematoden und Trichoderma-Pilzen. Durch Fortbildungen, Modellparzellen und beratende Begleitung werden die Bauern in biologischem Pflanzen- und Bodenschutz geschult. An Modellparzellen können sie dies praktisch erproben und die Effekte von Bio-Dünger und biologischem Pflanzenschutz (Steigerung von Bodenfruchtbarkeit, Pflanzengesundheit, erhöhter Ernteertrag) verifizieren. Dies bildet den praktischen Fortbildungsrahmen, schafft zusätzliches Vertrauen in die Methode und dient anderen Bauern zur Anschauung. Durch Agrar-Ingenieure und agrar-ökologische Promotoren werden fortlaufende Beratung und Fortbildung, der Einsatz und die Anleitung von Mittlern garantiert und perspektivisch eine (grenzübergreifende) Ausdehnung angestrebt. Durch die Umstellung auf biologischen Pflanzenschutz, werden die Produktionskosten gesenkt, da die biologischen Pflanzenschutzmittel deutlich preiswerter sind als Agro-Chemikalien, gleichzeitig wird der Ernteertrag gesteigert.
Seit Oktober 2014 werden auf Antrag des Vereins Flüchtlingshilfe Mittelamerika e.V. vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) als Projekt "Armutsreduzierung durch Methoden ökologischer Landwirtschaftsentwicklung für arme Kleinbauernfamilien im UNESCO-Biosphärenreservat Trifinio-Fraternidad" u.a. gefördert:

  • Baumaßnahmen, Einrichtung und technische Ausstattung (Laboratorien, Ausbildungs-, Schulungs- und Funktionsräume)
  • Materialien für Produktion von Trichoderma und entomopathogenen Nematoden
  • didaktische Materialien
  • Produktionskosten für Trichoderma und entomopathogene Nematoden
  • Koordinierung und Fortbildung

Das Projekt wurde in Übereinstimmung mit dem Plan Trifinio und Initiativen des Vizepräsidialamtes El Salvador entwickelt und unterstützt deren Ziele einer nachhaltigen ökonomischen, ökologischen und sozialen Entwicklung. In Zusammenarbeit mit der Regierung und den entsprechenden Ministerien ist landesweit ein Einsatz der im Projekt produzierten Dünge- und Pflanzenschutzmittel geplant und in Teilen bereits exemplarisch praktiziert worden. Das Projekt wird beraten und begleitet vom kubanischen Centro Nacional de Sanidad Agropecuraria (CENSA).

lichtmikroskop
Ein vom IASP gespendetes Lichtmikroskop unterstützt die Arbeit im Labor für die Herstellung von BioAmigo (Foto: H. Petzold)
redaprodare
Mitglieder des Kooperativenverbandes REDAPRODARE und kubanische Experten vor dem Laborgebäude (Foto: M. Flores)
parzelle
Modellparzellen in El Aguacatal, Landkreis La Palma (Foto: REDAPRODARE)

VI. Internationale Konferenz des CELALE in Havanna zum Thema Bioökonomie

Vom 25. bis 27. November 2014 findet in der kubanischen Haupstadt Havanna die VI. Internationale Konferenz des CELALE mit dem Titel "Innovationen für die Bioökonomie. Forschung - Transfer - Anwendung" statt. Themen der Konferenz im Rahmen der XVII. Scientific Convention of Engineering and Architecture an der Polytechnischen Universität Havanna (CUJAE) sind Technologien, Umwelt und Nachhaltigkeit, Bioenergie, Nachwachsende Rohstoffe, Logistik und Versorgungsketten, Mathematische Modellierung, Management und Unternehmertum, Genossenschaftswesen, Kooperation Universität-Unternehmen. Die Ausschreibung (Call for Papers) finden Sie hier in den Konferenzsprachen Spanisch und Englisch.

Tagung und Buchpräsentation des CELALE zu Stadtökologie, Grünen Dächern und Grünen Gleisen

Am 3. April 2014 präsentierten ProNatur und das World Green Infrastructure Network in Zusammenarbeit mit dem CELALE im Rahmen einer Tagung "Urbane Naturierung. Die Natur in die Stadt integrieren" in Madrid das aktuelle Buch "Green Cities in the World". Ausführliche Informationen zur Veranstaltung sie hier. Das Buch erwerben können Sie hier.

Tagung des CELALE zu Wertschöpfungsketten in der Lebensmittelkette in Kooperation mit der Fundación Foro Agrario

Am 20. Februar 2014 veranstalten die spanische Stiftung Agrarforum (Fundación Foro Agrario) und das CELALE gemeinsam eine Fachtagung zu Fallstudien über Innovation und Entwicklung in der Lebensmittelkette ("Jornada sobre Innovacion y Desarrollo en la cadena alimentaria: Casos de España y Alemania") an der Politechnischen Universität Madrid (UPM). Das Programm finden Sie hier.

Informationen

Das Europäisch-Lateinamerikanische Zentrum für Logistik und ökologische Projekte (CELALE) wurde mit der am 14. März 1999 von den Repräsentanten der folgenden drei Institutionen unterzeichneten Vereinbarung zunächst als Deutsch-Lateinamerikanisches Zentrum für Logistik und ökologische Projekte (CGLALE) gegründet:

  • Institut für Agrar- und Stadtökologische Projekte an der Humboldt-Universität zu Berlin (IASP), Bundesrepublik Deutschland
  • Instituto Superior Politécnico "José A. Echeverría" (ISPJAE), Havanna, Kuba
  • Corporación Universitaria "John F. Kennedy" (JFK), Santafé de Bogotá, Kolumbien

Das Europäisch-Lateinamerikanische Zentrum für Logistik und ökologische Projekte (CELALE) ist Teil des Instituts für Agrar- und Stadtökologische Projekte an der Humboldt-Universität zu Berlin (IASP).

Als Beitrag zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung Lateinamerikas stellt sich das CELALE die Aufgabe, gemeinsame Projekte zwischen Europa und Lateinamerika für Ausbildung, Forschung und Beratung auf dem Gebiet des Unternehmensmanagements mit besonderem Schwerpunkt auf Logistik, Qualitätsmanagement und angewandter Ökologie zu fördern.

Ziele

Die wichtigsten Ziele des CELALE sind:

  1. Förderung der beruflichen Entwicklung von Unternehmern und Fachkräften auf dem Gebiet des Managements mit den Schwerpunkten Logistik, Qualitätsmanagement und angewandter Ökologie als Mittel zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von lateinamerikanischen Unternehmen.
  2. Verbesserung der gegenseitigen Kenntnisse über die Märkte in Europa und Lateinamerika als Instrument zur Intensivierung des wirtschaftlichen Austauschs.
  3. Förderung von Programmen zur Verbesserung des Managements lateinamerikanischer Unternehmen.
  4. Entwicklung und Vertiefung des Konzepts der nachhaltigen Produktion sowie dessen Einbeziehung in das Management lateinamerikanischer Unternehmen, damit eine nachhaltige Entwicklung im Einklang mit der Erhaltung der Umwelt entfaltet werden kann.
  5. Förderung der Bearbeitung von Forschungsthemen auf dem Gebiet der Logistik, des Qualitätsmanagements und der angewandten Ökologie, die insbesondere für die lateinamerikanischen Unternehmen von Nutzen sind, sowie Formulierung von Entwicklungsprogrammen, die den wahren Bedürfnissen der Region entsprechen.
  6. Förderung von Forschung, Beratung und Ausbildung von Fachkräften auf den Gebieten des Qualitäts- und Umweltmanagements gemäß den internationalen Normen.
  7. Förderung des gegenseitigen kulturellen Kennenlernens zwischen Lateinamerika und Europa.

Das CELALE ist eine Einrichtung, die ihre Aktivitäten in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen in Lateinamerika und Europa mit ähnlicher Zielstellung entwickelt. Das CELALE ist offen für die Teilnahme weiterer Einrichtungen, die an der Förderung von Projekten zur genannten Zielstellung interessiert sind.

Kontakte

in Deutschland:

Dr. rer. agr. Stefan Köhler - Präsident
Institut für Agrar- und Stadtökologische Projekte an der Humboldt-Universität zu Berlin (IASP),
Philippstraße 13, 10115 Berlin, BR Deutschland
Tel: +49-(0)30-2093 9061
Fax: +49-(0)30-2093 9065
e-mail: stefan.d.koehler@iasp.hu-berlin.de

in Kuba:

Prof. Dr. Ing José A. Acevedo Suárez - Vizepräsident für Mittelamerika und Karibik
Instituto Superior Politécnico "José Antonio Echeverría" (CUJAE)
Calle 114 y 127 s/n, Marianao, Havanna, Kuba
Tel: (53 7) 260 8412
Fax: (53 7) 267 7129
e-mail: acevedo@tesla.cujae.edu.cu

Prof. Dra. Martha Gómez Acosta - Koordinatorin
Instituto Superior Politécnico "José Antonio Echeverría" (CUJAE)
Calle 114 y 127 s/n, Marianao, Havanna, Kuba
Tel: (53 7) 260 8412
Fax: (53 7) 267 7129
e-mail: marthagom@tesla.cujae.edu.cu

in Kolumbien:

M. Sc. Ing. Feres Sahid Castaño - Vizepräsident für Südamerika
Centro de Investigaciones y Asistencia Técnica Internacional (CIATI)
Cra. 23 No. 106B-76, Bogotá, Kolumbien D. C.
Tel: (057) 637 2987
Mobil: (057) 313 854 5939
e-mail: celale@scmylogistica.com

Ms. Ing. Fabiola Pinzón Hoyos - Koordinatorin
Centro de Investigaciones y Asistencia Técnica Internacional (CIATI)
Cra. 23 No. 106B-76, Bogotá, Kolumbien D. C.
Tel: (057) 637 2987
e-mail: celale@scmylogistica.com

in Spanien:

PhD Dr. Julián Briz Escribano - Vizepräsident
Universidad Politécnica de Madrid (UPM)
Tel: (34 91) 3365 791
e-mail: julian.briz@upm.es